Stadt Herzogenrath

 
Die Stadt Herzogenrath


Die Geschichte der ehemaligen Stadt Herzogenrath ist eng verbunden mit der Geschichte ihrer Burg um die sich die Stadt ansiedelte. Bei Streitigkeiten zwischen Limburgischen und anderen rheinischen Territorialfürsten wurde die Burg 1205 durch die Herzöge von Jülich zerstört. Historische Chroniken berichten, dass die Burg, erst 1208 wieder erbaut, bei der Fede des Erzbischofes von Köln gegen die Herzöge von Limburg und Brabant „in einen Trümmerhaufen" verwandelt wurde. Wegen der besonderen Lage Herzogenrodes wurde die Festung wieder erbaut und stand 1282 als Burgsiedlung im Mittelpunkt der Erbfolgekriege zwischen Limburg und Brabant.

In diese zeit fällt die mit der Belagerung der Burg entstandene Geschichte um den „Schütz von Rode". Er befreite die Bewohner der Stadt von den Belagerern, indem er den Anführer der Brabanter, Winemar von Gijmenich, erschoss.

In Erinnerung an diese Zeit stiftete die Familie Schmetz im Jahre 1973 das Bronzerelief „ Schütz von Rode". Das Werk des Künstlers Kurt Wolf von Bories wurde im Burghof der Öffentlichkeit übergeben. In Kämpfen zwischen Niederländern und Spaniern und während der Raubzüge Ludwigs XIV. wurde die Burg zum Teil zerstört und war dem Verfall preisgegeben. In diese Zeit fallen die historischen Begebenheiten und Sagen um die Bockreiter. Es handelt sich hier um zwei Banden, die im 17. und 18. Jahrhundert die Bevölkerung überfielen und beraubten. Die Sagen und Geschichten um die „Bockreiter" sind noch heute in Erinnerung.

Die Burg wurde von Privatleuten aufgekauft. Vor dem ersten Weltkrieg kaufte die Stadt Herzogenrath sie zurück und richtete hier den Sitz der neuen Stadtverwaltung ein. Im Jahre 1919 wurde Herzogenrath das Stadtrecht wieder zuerkannt. Gleichzeitig wurden die Genehmigungen zur Führung des alten Siegels erteilt. Die Stadt Herzogenrath hat durch ihre bedeutenden Industrien in den letzten Jahren an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen.

Weltweite Bedeutung erhielt sie durch die Nähmaschinennadeln der Firma F. B. Schmetz und die Autoscheiben der Vereinigten Glaswerke.

Die Stadt besitzt im Süden gute Verbindungen zu den Autobahnen und liegt an der Eisenbahnstrecke Aachen-Düsseldorf. Mit dem öffentlichen Nahverkehr gelangen die Bürger in alle Richtungen, auf dem Schienenweg und mit Omnibus auch in die Niederlande.

Die Wirtschaftsstruktur der Stadt Herzogenrath wird im wesentlichen durch folgende Industrien geprägt: Glasindustrie, Sicherheitsglas, Nadelfabrikation, Betonwerk und Sandgewinnung, Stahlbau, Graugussgießerei, Großhandel für Bauhaupt – und Nebengewerbe sowie Inneneinrichtungen. Diese Zusammenstellung macht deutlich, dass die Stadt Herzogenrath auf eine gefächerte wirtschaftliche Ausstattung verweisen kann, die durch Industrieansiedlungen verbessert werden muss. Die genannten Industriebereiche werden zusätzlich ergänzt durch eine Vielzahl von mittleren Betrieben von Handwerk und Handel, die schon seit vielen Jahren ihren Bürgern sichere Arbeitsplätze bieten.

Seit einigen Jahren besteht in Herzogenrath-Kohlscheid der Technologiepark. Hier, auf dem ehemaligen Gelände der Grube Laurweg, sind viele neue Unternehmen für Forschung ansässig geworden.

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